Urlaub zu Ende 

Hey ihr da draußen 😊 da bin ich wieder.

Die letzten zwei Wochen hatten wir Urlaub – und das heißt bei uns auch, Urlaub vom Handy.

Ich hoffe ihr habt Ostern gut verbracht?
Wir waren größtenteils zu Hause, mit unserem Hund spazieren oder beim Pferd – einfach relaxen.

In diesem zwei Wochen ist die Stimmung meines Schatzes nur zweimal für wenige Minuten gekippt – er hatte sich sehr schnell wieder im Griff. Gut, einmal gab es ein wenig Stress – aber der ging von mir aus, und es war ein ganz normaler Beziehungsstreit.

Eigentlich finde ich das gut – normale Beziehungsstreitereien gab es bei uns bislang nie. Aber hey, wie der Wortlaut schon sagt kehrt immer mehr ganz normaler Alltag ein. 

Ich gebe zu, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, dass wir noch immer Schritte Vorwärts machen – aber tatsächlich dauert der Prozess der Stabilisierung noch immer an – jetzt sind bereits 20 Monate vergangen seit seinem SMV.

Für mich war das unvorstellbar, man geht davon aus „paar Wochen Psychiatrie, eingestellt, Endstation“

Gehen lassen oder stellen?

Mal wieder eine Frage an euch …
Gestern abends kam mein Mann von der Arbeit und wirkte oberflächlich normal gestimmt.

Aber nach ca 30min schwänkte er um. Eigentlich nur eine Kleinigkeit.

Seine erste Reaktion war „ich fahr wieder“.

Ich hab ihm gesagt er soll sich nicht so aufführen und da bleiben.

Er hat sich dann auf den Balkon gesetzt. Ich hab ihm 10min Zeit gegeben. Dann bin ich wortlos zu ihm gegangen und hab ihm über den Rücken gestreichelt. Da war alles wieder okay.
In diesem Fall war es nur eine kleine Schwankung, aber unabhängig von der Intensität:

Wäre es besser gewesen ihn gehen zu lassen? Und einfach zu warten bis er wieder kommt? Egal wie lang es dauert?

Oder ist es besser ihn zu bitten zu bleiben, um ihn nicht mit seinem Grübeln in der Abwärtssprale alleine zu lassen? (Nicht immer wird es gleich besser – manchmal schaukelt es sich auch noch mehr auf)

Keine News sind gute News

Bei uns ist im Moment alles ruhig. Mein Mann ist stabil und gut drauf.

Auch ich fühl mich im Moment ausgeglichen. 

Es sind Tage wie diese, wo die Krankheit so weit in den Hintergrund rückt, dass wir sie für einige kurze Momente vergessen können, aus denen wir gemeinsam Kraft schöpfen für den nächsten Sturm. 😊

Mirtel erhöht

Guten Morgen 🙂

Nachdem mein Schatz schon wochenlang in einer Abwärtstendenz fest hängt, haben wir das Mirtazapin von 30mg auf 45mg erhöht – nach einigen Tagen geht es ihm schon deutlich besser.

Er ist aber auch sehr bemüht, seit unserem letzten Krach – hat jetzt auch wieder mehr Motivation morgens aus dem Bett zu kommen.
Als Ruhepol habe ich jetzt unseren Balkon so gut als möglich zur Wohlfühloase dekoriert. 

Ich finde man braucht einen Lieblingsplatz… dieser bietet viel Sonne, Pflanzen, Ruhe. 

Skillstasche

Ich weiß, dass Skills bei Eigensgression helfen – bei Fremdagression hab ich keine Ahnung. 
Habt ihr da Erfahrungen dazu?
Ich habe die Hoffnung dass es in unserem Fall funktioniert, da es ja Agression mir gegenüber ist um eigentlich sich selbst zu strafen.
Ergo hab ich eine Bauchtasche besorgt (die kann man gut immer dabei haben) und sie befüllt mit:

Igelball

Getrockneten Chillischoten

Gummiband

Pfefferminzöl

Nelkenöl

Seroquel 

Wärmepflaster

Habt ihr noch Ideen die handlich sind?

Wie deeskalieren bevor es eskaliert?

Guten Morgen an alle da draußen 😊
Ich hatte Recht … es ist eskaliert. Und wie. 

Einfach weil das Fass übergelaufen ist. Viele Dinge haben ihn beschäftigt. Er wollte mich nicht belasten ist die Entschuldigung dafür, dass es jetzt so gekommen ist.

Er schaffe es seit Wochen so schwer aufzustehen. Er würde so gern wieder laufen gehen und schafft es aber nicht.

Ich wusste dass etwas nicht stimmt, aber immer wieder hat er gesagt es ist alles gut. Zum Pferd ist er immer mit gefahren. Ich hab es gespürt, konnte aber nichts dagegen tun.
Jetzt steh ich da …. alles fühlt sich an wie in Trance. Ich fühle mich ausgeliefert, ohnmächtig, leer, erschöpft, traurig, ratlos, hoffnungslos.

Ich arbeite, ich kümmere mich um Kind, Hund, Pferd, aber alles fühlt sich an als stünde ich in 10km Entfernung und sehe mir selbst dabei zu. Mich darüber wundernd wie ich das eigentlich schaffe. Die Augenlider sind schwer. Ich sehne mich danach, mich einfach nur schlafen zu legen, um dann aufzuwachen und festzustellen dass alles nur ein Traum ist – so fühlt es sich an – ein Traum, surreal. 
Ich weiß nicht wie wir das alles weiterhin schaffen sollen. Ich sehe keinen Weg. Aber ich will um jeden Preis weiter kämpfen. Für uns. Für ihn. Für mich. 

Ich versuche meine Gedanken zu ordnen, es fällt mir schwer. Ich bemühe mich, alles in mir zurecht zu rücken, um den Weg wieder zu finden, den ich so zielstrebig gegangen bin, weiter gehen will.

Warum frag ich euch?

… nach euren persönlichen Symptomen der Depression?
Weil ich das Gefühl habe, bei meinem Schatz macht sich etwas bemerkbar …. er selbst negiert es, mit den Worten „ich weiß wie sich eine Depression anfühlt und ich hab keine“….

Ich befürchte aber schon ein wenig, dass er es einfach nicht wahrhaben will – das lieber beiseite schiebt … wie er es früher auch schon zweimal getan hat, wie er selbst beschrieben hat.
Was meint ihr?

Möglich?

Unnötige Sorgen, die ich mir mache?

Verändern sich bei euch die Symptome im Laufe der Jahre?

Es rappelt im Karton 😣

Guten Morgen euch allen 😊
Heute sollte mich mein Schatz zur Arbeit fahren, stattdessen hat er mir erklärt ich soll selbst fahren weil er nicht viel geschlafen hat.

Ich sauer, mach ich auf den Weg – ohne „Tschüss-Bussi“ weil gestresst.

Zwei Minuten später kamen schon die Schimpf-Tiraden per SMS 😩

Bin gespannt wie der Tag weiter geht…